CDU-Kreistagsfraktion Osnabrück

KI-Unterstützung für die Regionalleitstelle

50.000 Euro für Maßnahmen zur Überwindung von Sprachbarrieren bei Notrufen

Mit einem Antrag für den Haushalt 2026 soll einmalig ein Betrag von 50.000 Euro bereitgestellt werden, um die Einführung einer KI-gestützten Unterstützung in der Leitstelle fachlich, technisch und organisatorisch zu prüfen.

Ziel ist es, insbesondere Sprachbarrieren bei Notrufen zu minimieren und die Disponentinnen und Disponenten in der Leitstelle spürbar zu entlasten. Der Landkreis Osnabrück ist als Transitregion mit Autobahnanbindungen Richtung Niederlande und Osteuropa regelmäßig mit fremdsprachigen Notrufteilnehmenden konfrontiert.

„In Notfällen zählt jede Sekunde. Wenn wertvolle Zeit durch Verständigungsprobleme verloren geht, kann das schwerwiegende Folgen haben“, betont der finanzpolitische Sprecher Marcus Unger. „Wir wollen prüfen, wie moderne KI-Systeme dabei helfen können, Notrufe schneller, präziser und sicherer zu bearbeiten – unabhängig von der gesprochenen Sprache.“

Vorbild ist unter anderem der Kreis Borken, in dem bereits ein KI-gestütztes Simultanübersetzungssystem erfolgreich eingesetzt wird. Solche Systeme können eine Vielzahl von Sprachen nahezu in Echtzeit übersetzen und so eine direkte Kommunikation zwischen Leitstelle und Hilfesuchenden ermöglichen.

„Unser Antrag ist bewusst ein erster, verantwortungsvoller Schritt“, erklärt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ilka Pötter. „Es geht nicht um eine vorschnelle Einführung, sondern um eine fundierte Bedarfsanalyse und ein tragfähiges Umsetzungskonzept. Wir wollen wissen, welche technischen Anforderungen bestehen, welche Schnittstellen notwendig sind und welche Kosten realistisch auf den Landkreis zukommen.“

Neben der Verbesserung der Hilfsfristen sieht die CDU-Kreistagsfraktion auch eine deutliche Entlastung des Leitstellenpersonals. Die KI-Unterstützung könne helfen, Stresssituationen zu reduzieren und den Fokus stärker auf die Koordination der Rettungsmittel zu legen.

Die Verwaltung soll nun beauftragt werden, gemeinsam mit den Beteiligten ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten und dem Kreistag vorzulegen. Ziel bleibt es, die Notfallrettung im Landkreis Osnabrück langfristig leistungsfähig, modern und für alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen zugänglich zu gestalten.